Vom Leben und vom Tod
Jedes Mal, wenn ich mit dem Tod eines Menschen konfrontiert werde stehe ich fassungslos davor, auf einmal wieder der Vergänglichkeit allen Seins bewuß, erst einmal sprachlos, blockiert. Dabei spielt es keine Rolle, wie oft ich das schon durchlebt habe. Vielleicht war es einfach zu früh beim ersten Mal.
Die Unbeschwertheit mit der man als Kind allem gegenübersteht geht mit dem ersten Verlust eines geliebten Menschen unweigerlich verloren. Und obgleich wir ja nun weiß Gott noch nicht in einem Alter sind, wo man quasi jeden Tag mit dem Ableben rechnen muß, so gibt es doch genug Beispiele in der Vergangenheit, daß es ganz schnell gehen kann und es sogar weitaus jüngere Freunde und Familienmitglieder schon urplötzlich dahingerafft hat. Vielleicht wäre es also tatsächlich an der Zeit, sich bereits jetzt gelegentlich Gedanken zu machen, wie man denen, die einen irgendwann überleben werden und zwangsläufig das hinterlassene Chaos ordnen müssen die Sache nicht unnötig schwer macht. Den Nachlaß möglichst übersichtlich und zugänglich gestalten, auch für dessen gerechte Verteilung bereits jetzt Sorge tragen, denn letztendlich kann man ja nie wissen, wann es letztendlich soweit sein wird daß man gehen muß. Ja, auch bereits die Regieanweisungen für das eigene Begräbnis sollten fixiert werden, damit die Nachwelt damit nicht ob der Plötzlichkeit des Ereignisses am Ende völlig überfordert ist, denn es ist schon irgendwie eine absurde Vorstellung, daß man am Ende beispielsweise mit der Auswahl der Musik bei der Trauerfeier selbst so ganz und gar nicht einverstanden ist, aber man kann ja nichts mehr dagegen sagen, man ist ja tot und nimmt das Ereignis bestenfalls aus einer anderen Dimension wahr.
Auf der anderen Seite will man es natürlich nicht wirklich wahrhaben, verdrängt den Gedanken an das theoretisch jederzeit mögliche eigene Ableben so gut es geht, denn sonst würde man ja vermutlich irgendwann durchdrehen, keinen Sinn mehr im Leben sehen, wenn es denn sowieso enden muß... aber diese Einstellung zur eigenen Vergänglichkeit ändert sich im Laufe des Lebens wohl, je älter man wird, je wahrscheinlicher der eigene Tod wird, je näher ein möglicher sogenannter natürlicher Tod rückt, desto gelassener steht man dem Unausweichlichen wohl gegenüber - und einer ganzen Menge anderer Dinge auch, aber das ist schon wieder ein Thema für sich.
Wenn der Tod schon für uns alle unausweichlich ist, sollten wir dann nicht wenigstens im Leben Achtung voreinander bewahren und uns nicht permanent gegenseitig das Leben schwer machen? Ist es nicht auch ohne gegenseitiges Niedermachen, welcher Art auch immer, schon kompliziert genug? Kann man nicht einfach auch mal den Anderen einfach annehmen wie er ist - denn ändern wird er sich sowieso nicht? Warum ist es so schwer, Klartext zu reden, warum ergehen sich manche Menschen in Andeutungen Dir selbst gegenüber, während sie hinter Deinem Rücken hemmungslos über Dich herziehen? Warum wird Dein Einsatz nicht gewürdigt, sondern als selbstverständlich hingenommen und lediglich wahrgenommen, wenn Du mal nicht auf Knopfdruck "funktionierst"? Warum haftet vielen Freundschaften und Beziehungen so etwas "funktionales" an? Ist überhaupt irgendein Mensch in der Lage, einen Anderen wirklich ganz zu sehen, oder sind da immer nur die Teile sichtbar, die aus seiner Sicht - sei es bewußt oder unbewußt - einen Vorteil darstellen? Wieso funktioniert unsere Gesellschaft nicht mehr? Sind wir alle so übersättigt, ständig auf der Suche nach dem "besonderen Kick", daß die Menschlichkeit dabei zwangsläufig auf der Strecke bleiben muß? Woher kommt die verzerrte Wahrnehmung der Realität, die viele an den Tag legen? Ist es nur die zunehmnde Volksverdummung durch das Fernsehen? Ich weiß es nicht.
Unerer Regierung kommt das natürlich alles sehr gelegen - Solidarität beim Fußvolk ist nicht erwünscht, liefe sie doch dem straffen Kurs des zunehmenden Sozialabbaus zuwider, ja könnte gar in einer Revolution gipfeln - aber keine Angst, dazu geht es uns natürlich immer noch viel zu gut. Zumindest oberflächlich betrachtet.
Die Unbeschwertheit mit der man als Kind allem gegenübersteht geht mit dem ersten Verlust eines geliebten Menschen unweigerlich verloren. Und obgleich wir ja nun weiß Gott noch nicht in einem Alter sind, wo man quasi jeden Tag mit dem Ableben rechnen muß, so gibt es doch genug Beispiele in der Vergangenheit, daß es ganz schnell gehen kann und es sogar weitaus jüngere Freunde und Familienmitglieder schon urplötzlich dahingerafft hat. Vielleicht wäre es also tatsächlich an der Zeit, sich bereits jetzt gelegentlich Gedanken zu machen, wie man denen, die einen irgendwann überleben werden und zwangsläufig das hinterlassene Chaos ordnen müssen die Sache nicht unnötig schwer macht. Den Nachlaß möglichst übersichtlich und zugänglich gestalten, auch für dessen gerechte Verteilung bereits jetzt Sorge tragen, denn letztendlich kann man ja nie wissen, wann es letztendlich soweit sein wird daß man gehen muß. Ja, auch bereits die Regieanweisungen für das eigene Begräbnis sollten fixiert werden, damit die Nachwelt damit nicht ob der Plötzlichkeit des Ereignisses am Ende völlig überfordert ist, denn es ist schon irgendwie eine absurde Vorstellung, daß man am Ende beispielsweise mit der Auswahl der Musik bei der Trauerfeier selbst so ganz und gar nicht einverstanden ist, aber man kann ja nichts mehr dagegen sagen, man ist ja tot und nimmt das Ereignis bestenfalls aus einer anderen Dimension wahr.
Auf der anderen Seite will man es natürlich nicht wirklich wahrhaben, verdrängt den Gedanken an das theoretisch jederzeit mögliche eigene Ableben so gut es geht, denn sonst würde man ja vermutlich irgendwann durchdrehen, keinen Sinn mehr im Leben sehen, wenn es denn sowieso enden muß... aber diese Einstellung zur eigenen Vergänglichkeit ändert sich im Laufe des Lebens wohl, je älter man wird, je wahrscheinlicher der eigene Tod wird, je näher ein möglicher sogenannter natürlicher Tod rückt, desto gelassener steht man dem Unausweichlichen wohl gegenüber - und einer ganzen Menge anderer Dinge auch, aber das ist schon wieder ein Thema für sich.
Wenn der Tod schon für uns alle unausweichlich ist, sollten wir dann nicht wenigstens im Leben Achtung voreinander bewahren und uns nicht permanent gegenseitig das Leben schwer machen? Ist es nicht auch ohne gegenseitiges Niedermachen, welcher Art auch immer, schon kompliziert genug? Kann man nicht einfach auch mal den Anderen einfach annehmen wie er ist - denn ändern wird er sich sowieso nicht? Warum ist es so schwer, Klartext zu reden, warum ergehen sich manche Menschen in Andeutungen Dir selbst gegenüber, während sie hinter Deinem Rücken hemmungslos über Dich herziehen? Warum wird Dein Einsatz nicht gewürdigt, sondern als selbstverständlich hingenommen und lediglich wahrgenommen, wenn Du mal nicht auf Knopfdruck "funktionierst"? Warum haftet vielen Freundschaften und Beziehungen so etwas "funktionales" an? Ist überhaupt irgendein Mensch in der Lage, einen Anderen wirklich ganz zu sehen, oder sind da immer nur die Teile sichtbar, die aus seiner Sicht - sei es bewußt oder unbewußt - einen Vorteil darstellen? Wieso funktioniert unsere Gesellschaft nicht mehr? Sind wir alle so übersättigt, ständig auf der Suche nach dem "besonderen Kick", daß die Menschlichkeit dabei zwangsläufig auf der Strecke bleiben muß? Woher kommt die verzerrte Wahrnehmung der Realität, die viele an den Tag legen? Ist es nur die zunehmnde Volksverdummung durch das Fernsehen? Ich weiß es nicht.
Unerer Regierung kommt das natürlich alles sehr gelegen - Solidarität beim Fußvolk ist nicht erwünscht, liefe sie doch dem straffen Kurs des zunehmenden Sozialabbaus zuwider, ja könnte gar in einer Revolution gipfeln - aber keine Angst, dazu geht es uns natürlich immer noch viel zu gut. Zumindest oberflächlich betrachtet.
virtualmono - 24. Jan, 00:30
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angesichts der tatsache, dass wir voneinander abhängen, einander bedürfen, und alle nur begrenzt hier sind.... wieso fällt es uns so schwer, tolerant, loyal und großherzig zu sein, sobald das kleine ego angekratzelt wird?